Wer war Burt Lancaster?

Burt Lancaster war ein internationaler Star, der in preisgekrönten Meisterwerken wie “Verdammt in alle Ewigkeit“ und „Der Leopard“ spielte. Der athletisch gebaute Schauspieler überzeugte in seinen über 70 Filmen nicht nur physisch. Sein breit gefächertes Talent stellte er sowohl in Krimis, Western und Abenteuerfilmen als auch in Charakterrollen unter Beweis. Am 2. November wäre sein 100. Geburtstag.

Vom Zirkus zum Theater
Der Schauspieler und Produzent wurde als Burton Stephen Lancaster am 2. November 1913 im New Yorker Armenviertel East Harlem geboren. Neben Basketball spielte er in der Schule auch Theater, ließ sich dann als Akrobat ausbilden und arbeitete jahrelang als Trapez- und Hochseilartist im Zirkus, bis eine Verletzung seine Karriere beendete. Nach verschiedenen Jobs musste er 1942 zum Militär, wo er für das Unterhaltungsprogramm der Soldaten zuständig war und weitere Bühnenerfahrungen sammeln konnte.

Über Nacht ein Star
1946 bekam er, obwohl er keine professionelle Schauspielausbildung hatte, am Broadway-Theater eine Rolle. Dort entdeckte ihn der Hollywood-Produzent Hal Wallis und nahm ihn unter Vertrag. Bereits sein erster Auftritt in „Rächer der Unterwelt“ machte ihn zum Star. Um jedoch nicht auf eine bestimmte Rolle festgelegt zu werden und unabhängig zu bleiben, gründete er 1948 seine eigene Produktionsfirma. 1955 gewann sein Film „Marty“ vier Oscars. Versuche als Regisseur fanden dagegen keine Anerkennung.

Breites Rollenspektrum
Bei seiner Rollenauswahl achtete Lancaster zunehmend darauf, dass die Filme gesellschaftlich wichtige Fragen aufgriffen. Die Liste seiner Rollen, in der er als dominanter Held die Handlung voranbrachte, ist lang – darunter Indianer, Pirat, Akrobat, Staatsanwalt, Journalist und Offizier. Viele Abenteuerfilme, beispielsweise „Der rote Korsar“, unzählige Westernklassiker wie „Vera Cruz“ und „Denen man nicht vergibt“ zählen ebenso dazu wie die Melodramen „Die tätowierte Rose“ und „Trapez“.

Charakterdarsteller und Oscargewinner
Mit Filmen wie „Dein Schicksal in meiner Hand“ und „Das Urteil von Nürnberg“ festigte er seinen Ruf als Charakterdarsteller. 1960 gewann er für seine Rolle des dämonischen Wanderpredigers in „Elmer Gantry“ den Oscar, für „Verdammt in alle Ewigkeit“ 1953 und „Der Gefangene von Alcatraz“ 1963 wurde er nominiert. Höhepunkt seiner Darstellungskunst war 1963 die Rolle des sizilianischen Patriarchen in „Der Leopard“ unter Luchino Visconti. Ab den Siebzigerjahren wirkte er auch in Fernsehproduktionen mit, da es trotz einer weiteren Oscarnominierung 1980 für „Atlantic City“ nur noch selten gute Rollen für ihn gab. Zu seinen Spätwerken gehören die Komödien „Archie und Harry“ und „Local Hero“. Sein letzter Film war 1989 „Feld der Träume“. 1991 wurde er für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Privatleben
1935 heiratete er die Zirkusartistin June Ernst. Nach dem Zerbrechen der Ehe wurde 1946 Norma Anderson seine zweite Frau, mit der er fünf Kinder hatte. Im Alter erkrankte er mehrfach. Seine dritte Lebensgefährtin, die 40 Jahre jüngere Susan Scherer, pflegte ihn nach einem Schlaganfall 1991. Am 20. Oktober 1994 erlag er einem Herzinfarkt.

VN:F [1.9.20_1166]
Rating: 10.0/10 (2 votes cast)
VN:F [1.9.20_1166]
Rating: 0 (from 0 votes)
Wer war Burt Lancaster?, 10.0 out of 10 based on 2 ratings

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *